Therapeutisches Selbstverständnis

Mein Leitmotiv aller meiner physiotherapeutischen Angebote ist die Förderung Ihrer Bewegungskompetenz als Teilaspekt selbstbestimmter Gesundheitskompetenz.

Ein wesentlicher Grund für mich Physiotherapeutin zu werden und zu sein war und ist meine Freude am Tanzen. Bewegung allgemein und Tanz im Besonderen ist für mich eine Form des Ausdrucks von Vitalität im Hier und Jetzt.

Der Mensch bleibt auch bei aller Bemühung zum Erhalt seiner Gesundheit durch körperliche Aktivität ein vergängliches Wesen. Mein langjähriges physiotherapeutisches Arbeiten in der neurologischen Rehabilitation bei den Kliniken Schmieder in Heidelberg haben mich immer wieder gelehrt, wie nahe Freud und Leid, Leben und Tod beieinander liegen.

In meinen frühen Jahren der physiotherapeutischen Behandlung bin ich sehr durch das ganzheitliche Denken des Bobath-Konzepts geprägt worden. Hierbei geht es nicht nur um motorisches Lernen, sondern im die Re-Integration ins selbstbestimmte Leben.

Um den pädagogischen Aspekt in der physiotherapeutischen Praxis besser begreifen und auch umsetzen zu können habe ich von 2013 bis 2016 ein Vollzeitstudium in den Fächern Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik absolviert. In meiner Abschlussarbeit habe ich mich der Thematik „Sprache im Beruf“ beschäftigt. Im Kontext der Physiotherapie hat mir diese Auseinandersetzung geholfen, mir als Physiotherapeutin und der Physiotherapie im Allgemeinen behandlungsmethodenübergreifend „auf`s Maul und auf die Hände zu schauen“. D.h. zu reflektieren, wie wir mit unserem Gegenüber kommunizieren, wie wir instruieren und Bewegung korrigieren. Und selbstverständlich habe ich auch die Dimensionen unserer Be-HAND-lung, Berührung durch unsere Hände als Kommunikationsform bedacht.

Pädagogisches Handeln in der physiotherapeutischen Praxis bedeutet für mich mein Gegenüber darin zu unterstützen, seine oder ihre je individuellen Bewegungsressourcen zu erfahren und kontextbezogen für sich nutzen zu können. Dabei geht es nicht um die Anleitung zur vermeintlich perfekten, idealen und einzig richtigen Bewegung für einen bestimmten Zweck. Meine Aufgabe ist es die Auseinandersetzung der/des KlientIn mit der eigenen Körperlichkeit anzuregen und zu begleiten, um ein angemessenes individuelles Bewegungsmuster, d.h. den eigenen authentischen Ausdruck in jeglichem Tun, zu finden und in den Lebensstil zu integrieren.